Selbsteinschätzung beim Klettern

17. April 2014 - Klettern / Kursinhalt

Bevor man seine eigenen Fähigkeiten trainieren kann, und das gilt nicht nur fürs Klettern, ist es wichtig sein eigenes Können einer Selbsteinschätzung oder besser noch einer Einschätzung durch einen erfahrenen Trainer zu unterziehen.

Der nachfolgende Fragenkatalog zur Selbsteinschätzung ist dem sehr empfehlenswerten Buch Peak Performance von Guido Köstermeyer (6. Auflage 2012, S.18, Zitiert aus Horst, E.J. (2003). How to climb 5.12) entnommen. Auf dieses möchte ich auch für eine detaillierte Auswertung und weitere Übungen verweisen.

In Schlüsselpassagen klettere ich ängstlich und nervös.
Ich finde versteckte Griffe nicht.
Ich kann kleine Griffe schlecht festhalten.
Bevor ich los klettere, finde ich Ausreden, warum ich scheitern werde.
Ich bekomme in für mich leichten Routen dicke Arme.
In schwierigen Passagen habe ich Probleme, auf kleinen Tritten zu stehen.
In einer schweren Route wird meine Fußtechnik immer schlechter.
In überhängenden Routen bekomme ich immer dicke Arme, egal wie groß die Griffe sind.
Ich trainiere 3 Tage hintereinander.
Ich schnappe eher nach Expressschlingen oder dem Seil, bevor ich stürzen würde.
Ich habe Schwierigkeiten, Grifffolgen zu erkennen.
Bevor ich los klettere, erwarte ich Schmerzen in Schultern, Ellbogen oder Fingern.
Klettern fällt mir schwer, wenn mir jemand beim Klettern zuschaut.
Meine Füße rutschen unerwartet von Tritten.
Ich habe Schwierigkeiten, an kleinen Leisten oder abschüssigen Griffen zu hängen.
Taktik/ Psyche:
Technik:
Kondition:
0
0
0

Was mache ich nun mit den drei Zahlen? Die Zahlen im einzelnen bringen erst einmal gar nichts. Es wird jetzt also keine Spannen wie in diverersen Zeitschriften geben, aus denen du entnehmen kannst, was du trainieren sollst.

Sollten die Zahlen dicht beieinander liegen, gilt es auch das eigene Training gleichmäßig auf alle drei Kategorien zu verteilen. Sticht eine Kategorie mit einer besonders hohen Zahl heraus, kann es sich lohnen dort einen Trainingsschwerpunkt zu setzen. Nehmen wir an Technik hat 20 Punkt erreicht und die anderen beiden Kategorien liegen bei jeweils 10 Punkten, so ist die Vermutung berechtigt, dass eine Einheit Techniktraining mehr Trainingserfolg verspricht, als eine Einheit Kraft- oder Ausdauertraining. Gerade wer nicht ganz so oft Trainieren kann, kann durch einen gezielten Einsatz seiner Zeit auch gut Fortschritte machen. Selbstverständlich sind die anderen Bereiche dabei nicht gänzlich zu vernachlässigen.

In meinen Kursen nutze ich die vollständige Selbsteinschätzung (also nicht bloß die Zahlen) gern, um bei regelmäßig wechselten Teilnehmern zügig einen Überblick über das Leistungsniveau zu bekommen. Die Fragen unterstützen dabei 3-5 Routen zu finden, auf denen man dem Kletterer einmal zuschauen möchte, um dann die konkreten Trainingsaufgaben und Trainingsziele festzulegen.

Die Fragen, sowie eine kleine Erweiterung für meine Kursteilnehmer, stehen auch zum Download bereit:

P.S. Einfach ausgedruckt und ausgefüllt zum Training mitbringen.

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