Kletterunfall in Löbejün beim Ablassen

13. April 2014 - Klettern / Unfall

Am Sonntag, dem 6. April 2014 gab es einen Kletterunfall unter Beteiligung Magdeburger Bergfreunde im Steinbruch in Löbejün. Die Kletterrouten in Löbejün werden von der IG Klettern Halle/Löbejün e.V. betreut.

Der Sichernde beschreibt den Kletterunfall nochmal im Detail in seinem Blog im Blog der Magdeburger Kletterer. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Seilschaft nach Begehung bereits mehrerer Routen in die Route Druckwelle (VIIIb/c 7+ Sektor Yosemite ) eingestiegen ist. Der Vorsteiger absolvierte die Route erfolgreich und nutzt die vorhandenen Umlenker am Ende der Route, wie in Löbejün üblich, um abgelassen zu werden. Auf Höhe zwischen dem zweiten und dritten Bohrhaken rutscht das Seil durch das Sicherungsgerät und der Vorsteiger stürzt die verbleibende Strecke ab.

Die Ursache des Kletterunfalls ist hier schon vor der eigentlichen Begehung auszumachen. Die Bergfreunde übersahen den Hinweise im Kletterführers, dass es sich hier um eine 35m Route handelt. Das 60m Seil reichte somit zwar ohne Probleme für den Aufstieg, aber im Doppelstrang nicht mehr bis zum Boden. Der Sichernde hatte keine Chance mehr etwas zu unternehmen, als er feststellte, dass das Seil durch seine Hand rutschte.

Ob sein instinktiver Versuch den Sturz seines Kletterpartners zu spotten sinnvoll war, ist aus der Ferne schwer zu beurteilen. Im konkreten Fall scheint es erfolgreich gewesen zu sein. Aber einige Meter mehr Fallweg oder auch nur eine geringfügig falsche Position des Spottenden und es hätte zwei (Schwer-) Verletzte gegeben. Im Allgemeinem ist es wohl eher nicht zu empfehlen und erfordert einiges an Erfahrung um diese Entscheidung schnell zu treffen und den Kletterer richtig zu erwischen. Auch hier geht, wie in der Ersten Hilfe generell, der Eigenschutz vor. Es nützt Niemandem, wenn die komplette Seilschaft außer Gefecht gesetzt ist und keiner mehr Hilfe holen kann. (Auch wenn dies in Löbejün auf Grund der Menge der Kletter kein Problem ist.)

Wie hätte man den Kletterunfall in Löbejün also vermeiden können?

  • Eine ausgiebige Planung beider Kletterpartner mit einem Blick in den Kletterführer hätte die zu kurze Seillänge aufdecken können.
  • Wenn man in einer unbekannten Route klettert oder bereits Zweifel an der ausreichenden Länge des Seils hat, gilt es steht das Seilende des Sichernden abzuknoten. Im Regelfall bleibt das Seil so in der Hand oder im Sicherungsgerät stecken und man hat Zeit sich es einfallen zu lassen (z.B. Standplatz bauen und abseilen).
  • Auch eine Mittelmarkierung oder ein Bicolor Seil hätten beim Ausgeben des Seils vor erreichen des Umlenkers darauf hinwiesen, dass es nicht mehr für den Rückweg reicht.

Comments

  1. alex sagt:

    Für’s Protokoll: klettern.angerfelsen.de ist die Seite aller Magdeburger Kletterer, nicht nur die des o.g. Autors. Mehrere Leute betreuen die Seite und schreiben. 😎

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